15.08.19 - die tödliche Langeweile

Der Montag schleppt sich dahin, der Dienstag ebenfalls. Im Büro ist absolut Saure-Gurken-Zeit, wir sterben vor Langeweile. Das wiederholt sich zwar jedes Jahr um diese Zeit und in vierzehn Tagen wären wir froh, wenn wir so viel Zeit hätten, aber momentan weiß ich einfach nicht, wie den Tag herumbringen. Die Überstunden schmelzen wie Butter in der Sonne.

 

Mein Mann werkelt derweil an dem neuen Schaukelgerüst im Garten und kann zufrieden am Abend auf seine getane Arbeit blicken. Ich beneide ihn.

 

Dann war da noch das mit den 100 g pro Tag. Nun, ich werde froh sein, wenn ich nicht zunehme. Ich bin so träge, ich kann mich zu nichts aufraffen, was mit Sport auch nur entfernte Ähnlichkeit hat. Morgens, wenn der Frühstücksdienst kommt, muss ich immer noch ein Brötchen haben, auch wenn sonst der Tag relativ vernünftig abläuft, es gibt Gemüse und Joghurt in allen erdenklichen Variationen. Aber das Brötchen am Morgen (und den Wein am Abend) bekomme ich einfach nicht abgestellt.

 

Dienstagabend kommt dann auch noch ein Eis hinzu.

Die Strafe folgt auf dem Fuß. Es wird eine Nacht mit heftigem Sodbrennen.

 

Am Mittwoch ziehe ich die Reißleine und melde mich krank. Ich hätte es einfach nicht mehr geschafft, den ganzen Tag beschäftigt zu tun und aus dem Fenster zu sehen. Stattdessen erledige ich zu Hause eine Menge liegengebliebenen Kram. Alles keine großen Geschichten, hier mal eine halbe Stunde, da mal eine halbe Stunde. Trotzdem ist der Tag weg.

 

Als ich am Donnerstag wieder zurück bin, hat sich die nächste Kollegin krank gemeldet. Ich denke, sie hat ein ähnliches Problem.

11.08.19 - Schaukeln

Zum Geburtstagsfrühstück bei Eva habe ich die Puddinggeschichte von Freitag noch im Kopf. Ich poste brav mein Brötchen und genieße das Bilderbuch-Frühstück. Eva stylt immer alles so perfekt, dass ich mir vorkomme, als säße ich in einer Ausgabe von „Schöner Wohnen“. Selbst das Wetter passt.

Der restliche Sonntag zu Hause plätschert so dahin. Am Nachmittag macht sich latente Unlust breit, es liegen noch so viele lose Enden herum, ich muss Montag wieder ins Büro, wir sind zum Kochen zu faul und es gibt Butterbrot. Schlecht.

Dann nehmen wir doch noch die Schaukel im Garten in Angriff. Dreiundzwanzig Jahre steht das Gerüst schon, früher eine Kinderschaukel, heute eine schaukelnde Bank dran. Jetzt sind die Balken so morsch, dass wir jeden Tag mit dem Zusammenbruch rechnen. Das Ganze ist überwuchert von einer im Frühjahr fantastisch blühenden Clematis, die es zu retten gilt.

Pissnelkes sind nicht da. Gott sei Dank, denn ohne einige kleine Hammerschläge geht es doch nicht ab. Am Abend ist das Gerüst zerlegt und etwa 90 % der Clematis auf dem angrenzenden Bahngelände verteilt. Das Ding hätte keinen Sturm mehr überstanden. Erstaunlich, wie groß der Garten geworden ist. Ich hoffe, dass wir im Laufe der Woche das neue Gerüst aufgestellt bekommen.

Ich vergesse, den Wein zu posten.

10.08.19 - Weißmehl verklebt den Darm

Frühstück bei Mutter. Gestern gab es schon selbstgebackenes Brot und heute gibt es Brötchen. Ich weiß genau, die sind absolut kontraproduktiv. Trotzdem kann ich nicht widerstehen.

Astrid und Gerhard kommen zum Frühstück, Astrid hat gerade eine schwere Divertikelentzündung hinter sich. Es wird ein bisschen über Ernährung geredet, schließlich kann ich von der Sorte Entzündung ein Lied singen. Aber toi toi toi, seit anderthalb Jahren hatte ich Ruhe und ich hoffe, dass das auch so bleibt. Ich weiß, ich muss viel trinken, viel Joghurt essen und viel Gemüse, wenig oder am besten kein rotes Fleisch und am besten auch keine Brötchen. Weißmehl verklebt den Darm, hat schon Henriette Davidis gesagt.

Da sind doch die Urlaubsthemen wesentlich schöner. Es bleibt trotzdem am Ende die Frage, wer sich um uns mal kümmert, wenn wir uns selbst nicht mehr kümmern können.

Mutter ist das egal. Sie ist bereits unterwegs zur nächsten Party.

09.08.19 - Pudding

Das ist ein Partywochenende. Meine älteste und meine beste Freundin haben an zwei aufeinanderfolgenden Tagen Geburtstag. Heute Abend geht es erst mal zu Elisabeth.

Leider regnet es, dabei hatte ich schon Mutter gefragt, ob sie uns ihre Fahrräder leiht. Aber Host will nicht nass werden und so fahren wir mit dem Auto.

Natürlich gibt es jede Menge Wein. Zu fortgeschrittener Stunde kommt wie bei jeder Geburtstagfeier die Frage nach dem Pudding auf.

Es gab früher immer einen sehr speziellen Vanillepudding von Elisabeths Mama. Ein geheimes Familienrezept, aber er bestand wohl in der Hauptsache aus Sahne und Eischnee und war der beste Vanillepudding der Welt.

Nachdem Elisabeths Mutter gestorben war, gab es wieder Vanillepudding und ich ließ mich zu der Bemerkung hinreißen, dass er sehr gut schmecke, aber eben nicht ganz so gut. Darauf nannte mich Elisabeth ein Arschloch und es gab nie wieder Pudding.

Nur jedes Jahr wurde erneut über den Verlust geknatscht.

Diesmal wird Elisabeth von Ina und mir in die Mangel genommen. Warum es keinen Pudding mehr gibt?

Elisabeth erzählt uns, dass sie schon Jahre vor dem Tod der Mutter den Pudding selbst gemacht hatte, weil ihre Mutter aufgrund ihrer Erkrankung das gar nicht mehr konnte. Und dann kam ich mit meiner Bemerkung.

Mir bleibt die Spucke weg. „Elisabeth, das ist zwölf Jahre her!“

Das spielt bei Elisabeth keine Rolle. Ich fasse es nicht.

Ich fasse es das ganze Wochenende nicht. Ich sollte eigentlich froh sein, dass es keinen Pudding gab.

Eigentlich.

07.08.19 - 100 g pro Tag

Stolz wie Bolle sitze ich am Mittwoch bei Annika. Minus 1,5 Kilo. Endlich mal wieder zufrieden, auch wenn ich der Ansicht bin, ich hätte das Tagebuch besser führen müssen, aber immerhin, ich habe es geführt.

Nächste Woche findet kein Treffen statt. Wie viel ich denn bis zum übernächsten Treffen abnehmen möchte?

Na, so viel wie möglich natürlich, aber das ist Annika nicht genau genug. Letztendlich lasse ich mich auf 100 g pro Tag ein.

 

Auf dem Heimweg überlege ich, in welche Lage ich mich da habe reinquatschen lassen. Das sind 1,4 Kilo in 14 Tagen! Das geht. Aber das geht nur, wenn ich eine fürchterliche Disziplin an den Tag lege. Außerdem muss ich jede Sünde per WhatsApp schicken. An die Mittwochsgruppe. Himmel, mein Weinkonsum! Die werden mich lynchen.

06.08.19 - kein Kuchen!

Am Montag tut mir alles weh.

Alles.

Die Beinmuskeln hinten vom Bücken im Garten, die Beinmuskeln vorn vom Strampeln auf dem Rad.

Das es gestern Abend auch noch Rotwein gab, tut auch der Kopf weh. Aber: ich habe vernünftig gegessen. Sonntagabend gab es noch Maispoularde mit Gurken- und Tomatensalat, Montagabend Geflügelsalat und Dienstag muss der Gartensalat weg.

Und es tut sich eine neue Hürde auf: es gibt mal wieder eine Geburtstagsfeier im Büro. Diesmal vom Chef.

Normalerweise bedeutet das Sekt, Sekt und nochmals Sekt und Chips, Chips und nochmals Chips. Alternativ heißt die Nummer Sekt mit Mettbrötchen.

 

Diesmal ist alles anders. Der Chef taucht auf mit drei Kuchen – ohne Sekt.

Nun, es war auch wirklich ungewöhnlich, dass es bei uns noch Alkohol gab, aber wenn man eine Belegschaft gegen sich aufbringen will, dann so. Alle sind stinksauer, aber niemand macht den Mund auf.

Ich hingegen bin maßlos erleichtert, kann ich doch ohne Gesichtsverlust auf den Sekt verzichten.

 

Auch den Kuchen rühre ich nicht an. Als mich ein Kollege fragt, was denn los sei, antworte ich nur: „Ich esse momentan keinen Kuchen.“

Die meisten bemerken es nicht mal.

04.08.19 - Florida in Gelsenkirchen

Heute ist aber die verschobene Radtour dran. Es gibt noch nicht einmal ein Sonntagsbrötchen oder ein größeres Frühstück, mein Mann möchte die Tour möglichst schnell hinter sich bringen.

Es ist die Tour, bei der vor einigen Wochen meine Mutter umgefallen war. Als „Einsteigertour“ über die Knotenpunkte deklariert hat sie 29 km ohne Steigung. Das ist auch ohne E-Bike gut zu schaffen.

 

Wir kommen zwischendurch ans Staunen, vor allem in Gelsenkirchen. Ich wusste nicht, dass Gelsenkirchen eine Marina hat. Man hat das Gefühl, man ist in Florida, noch dazu, wo das Wetter mitspielt. Außerdem gibt es eine Eisdiele – statt Mittagessen.

Mein Mann haut sich einen riesigen Malaga-Becher rein. Ich versuche es mit einem Zitroneneis mit Sekt, der Kalorien wegen. Ich denke, angesichts der Kilometer dürfte das nicht schaden.

Was ich nicht bedacht habe, ist die Länger der Zu-und Rückfahrt. Als wir gegen vier Uhr ermattet wieder zu Hause sind, haben wir stramme 45 Kilometer auf dem Tacho und uns tut alles weh.

03.08.19 - Gartenarbeit

Mein Mann weigert sich, eine Radtour zu machen, er meint, der Garten bräuchte uns dringender.

Recht hat er, nach den vierzehn Tagen Urlaub sieht es schlimm aus.

Er verkrümelt sich, von Pissnelkes vom Balkon aus misstrauisch beäugt, hinter den Zaun und rodet einen Streifen vom Bahngelände, da die Brombeeren mal wieder in den Garten ranken.

Ich robbe derweil durch den Vorgarten. Ich weiß jetzt schon, der Muskelkater wird furchtbar. Ich konnte noch nie auf den Fersen hocken, also muss ich mich für alles bücken oder das Kniebänkchen benutzen. Außerdem gibt es kein Mittagessen.

Die Nachbarin hat allerdings Geburtstag und bringt verschiedene Stücke Kuchen vorbei. Ich schneide mir überall nur ein Eckchen ab und überlasse den Rest großzügig meinem Mann. Funktioniert auch.

Am Abend bin ich fix und alle. Wenn das nicht als Sport gilt, was dann? Ich bin so erledigt, dass ich um halb zehn vor dem Fernseher einschlafe.

02.08.19 - alle durcheinander

Der Schrittzähler fliegt am nächsten Tag wieder vom Handy. Irgendwie zählt er nicht richtig.

Aber die festen Vorsätze bleiben. Als ich am Freitag nach meiner Ärztetour – die Schrauben kommen jetzt endgültig im September wieder raus – bei den flotten Maschen lande, esse ich noch nicht einmal einen Keks, obwohl die Tüte zwei Stunden vor meiner Nase liegt.

Die Maschen sind diesmal anstrengend. Es ist brechend voll und alle, aber auch alle reden durcheinander. Ich kann Anne, die auch noch einer Neuen das Stricken beibringen will, kaum verstehen. Aber immerhin bin ich zu allem heute mit dem Fahrrad gefahren und habe am Abend 13 km auf dem Tacho.

01.08.19 - Nein, danke

 

Diesmal ist es ernst. Ich beginne den Tag nach der erneuten Feststellung des „Nettozustandes“ auf der Waage mit umfangreichen Vorbereitungen.

Mein Mann bekommt einen rudimentären Essensplan, der hoffentlich sowohl unsere Vorräte als auch unser Gartengemüse bestmöglich mit einbezieht.

Das neue Tagebuch wird gezückt und sorgfältig wird das Frühstück eingetragen. Akribisch notiere ich die Kalorien (und bin mal wieder überrascht, wie schnell das Budget schwindet!).

Dann noch einen Schrittzähler fürs Handy. Irgendwie war der letzte abhandengekommen, als ich eine große Aufräumaktion meines Handys gestartet hatte.

Die Flasche Wasser auf den Schreibtisch.

Und das große „Nein, danke!“ auf der Stirn.

31.07.19 - Must Have

Irgendwie habe ich im Urlaub doch ein Kilo zugenommen, auch wenn das nicht gleich sichtbar war. Ich weiß auch, womit. Das Zauberwort hieß „Potsdamer“ – Bier mit Himbeersaft.

Jetzt schleiche ich mit hängendem Kopf ins Treffen.

 

Dort sitzt ausgerechnet Dennis und strahlt mich an. Er hat SICHTBAR abgenommen – dabei ist es doch höchstens vier Wochen her, dass wir uns zuletzt getroffen haben. Er hat auch noch gute Laune. Die hätte ich an seiner Stelle auch.

 

Annika beginnt mit der Frage, ob ich überhaupt abnehmen kann und landet irgendwann bei Abnehmen – „Nice to Have“ oder „Must Have“.

 

Ich habe mich in den letzten Tagen mehrfach in spiegelnden Schaufenstern gesehen. Dann der Frust mit dem Kleid im Urlaub. Und heute der Höhepunkt: das Filzbällchen hat von den drei Dicken im Büro gesprochen. Er meinte sich selbst, meine bestgehasste Kollegin und mich. Ja, mich. Ich WILL nicht zu diesem Kreis gehören. Abnehmen wird zum MUST HAVE.

29.07.19 - zurück

Und jetzt die gute Nachricht: ich habe nicht zugenommen!

Ich bin so erholt, dass ich heute im Büro mein Computerpasswort nicht mehr wusste und es anderthalb Stunden dauerte, bis die IT mir ein neues geben konnte.

Und heute Abend gibt es Salat.

27.07.19 - die geplatzte Fahrradtour

Letzter Tag und ich möchte nach Burg auf den Töpfermarkt. Natürlich mit dem Fahrrad – ich zumindest. Es ist nur eine Dreiviertelstunde eine Strecke, durch den Wald, flach, ich wüsste nicht, was dagegen sprechen würde. Mein Mann hatte gestern schon keine Lust, wollte stattdessen mit dem Auto fahren, heute jedoch liegt er im Bett und jault. Kopfschmerzen. Nun, die habe ich auch, das Wetter soll sich ändern. Er heult aber auch, ihm wäre schlecht, kurz, er hat wohl einen leichten Sonnenstich. Logisch, wenn man sieben Stunden auf dem Wasser ist und aus Eitelkeit keine Mütze trägt. Außerdem werde ich das Gefühl nicht los, dass er übertreibt, damit er nicht mit dem Rad fahren muss.

Ich setzte mich mit einem Buch auf den Balkon und lasse ihn. Gegen Mittag, als es zum Radeln definitiv zu spät ist, ist er gesundet und wir fahren mit dem Auto zum Töpfermarkt.

Das hätten wir uns auch sparen könne. Das Angebot ist – nun, ostzonal. Kreischend bunte chinesische Industrieware, dazwischen ein paar „echte“ Töpfer, die jedoch in punkto Design und Glasur in den letzten fünfzig Jahren nichts dazugelernt haben. Ich bin leicht enttäuscht, darüber weg hilft nur der Kauf eines geflochtenen Weidenkörbchens, das ich schon seit langem im Auge habe. Mein Mann findet es überflüssig.

Zurück zu Hause geht es dann doch noch kurz aufs Fahrrad, wir müssen die Räder schließlich zum Verleiher zurückbringen. Auf dem Weg wollen wir im Schlossgarten einen Tisch zum Abendessen bestellen.

Nein, hier wäre heute eine Hochzeit.

Ja, aber auf der Terrasse steht, ab 18:30 Uhr wieder frei.

Die Dame an der Rezeption teilt uns mit, dass sie die Tische freihalten will, für die Hausgäste, die noch gar nicht angereist sind. Trotz geballtem doppeltem Charme lässt sie sich nicht erweichen. Ich ärgere mich.

Dann gehen wir ins Café Fontane, um dort eine Tischreservierung zu machen.

Nein, es wäre bereits alles reserviert. Wenn, dann könnte es eventuell einen Platzwechsel geben, wir sollten spontan vorbeikommen.

Wir gehen zu Bodden, der kleinsten Brauerei Brandenburgs und führen ein kurzes Krisengespräch. Was jetzt, zum Essen ist es zu früh, also die Räder weg und dann stehen wir da. Zur Pension zurücklatschen will ich nicht.

Wir laufen zum großen Hafen und entschließen uns spontan, nochmals eine Kahnfahrt zu machen. Es geht nach Lehde, aber auf anderen Pfaden als wir sie gepaddelt sind. Und: auf einer Bank im Kahn sitzt man höher als im Boot – es sieht wieder alles anders aus.

Solcherart entspannt versuchen wir es gegen halb acht wieder im Café Fontane. Die Kellnerin schüttelt den Kopf.

Zwei Leute, an der Tisch noch zwei Plätze frei sind, fordern uns auf, uns zu ihnen zu setzen. Die Kellnerin schüttelt den Kopf.

Mir platzt der Kragen. Blöde Kuh! Normalerweise habe ich Verständnis für jede Bedienung, der Job ist anstrengend und wird schlecht bezahlt. Aber den Herrgott über freie Plätze spielen, das erinnert mich an Pissnelkes. Wir ziehen wutschnaubend ab, finden unter Bäumen einen Platz in einem anderen Restaurant und versuchen, unser Essen zu genießen. Ich sage versuchen, denn dort gibt es die Standardküche, Pellkartoffeln mit Quark (nicht schon wieder!), alles mit Gurke (erstaunlich, wir hatten sogar mal Gurkenbrot, und Gurkeneis, was sich beide Male als lecker herausstellte, aber ich kann keine Gurken mehr sehen). Also gebratenen Fisch (in Butter schwimmend). Sch...egal, die Hose spannt sowieso.

Ein letztes Glas Wein zum Abschluss auf unserer schönen Terrasse und adé Spreewald. Morgen geht es heim.

26.07.19 - auf großer Fahrt

Heute geht es wieder auf große Fahrt mit dem Paddelboot. Wir wollen nach Leide, was eine ziemliche Entfernung bedeutet. Wir starten um zehn Uhr, können uns auch gut orientieren und legen los.

Unterwegs auf dem äußersten Fließ, welches nach Leide geht, müssen wir uns ein ums andere mal vergewissern, dass wir richtig sind. Außer uns ist nämlich kein einziges Boot zu sehen. Nach einer Weile wissen wir auch, warum. Der Flusslauf zieht sich endlos, wir haben anscheinend die weiteste Strecke nach Leide gewählt. Aber es ist wunderschön.

Kurz vor Leide stellen wir fest, dass wir doch nicht so ganz allein gewesen sind, aber durch die Biegungen des Flüsschens hat sich jedes andere Boot den Blicken entzogen.

In Leide gibt es im Froschkönig Mittagessen, für mich die nun schon obligatorischen Kartoffeln mit Quark und Leinöl. Dann geht es über Lehde wieder retour.

Zwischenzeitlich habe ich eine prächtige Blase in der Handinnenfläche. In Lehde stellen wir fest, dass der Ort vom Wasser aus wieder ganz anders aussieht als vorher. Wir fahren bis zum Café Venedig, quälen uns wieder mit dem Ausstieg (das ist echt nicht einfach!, vor allem, wenn es unter Beobachtung aller Cafégäste stattfindet) und trinken ein Bierchen.

Auf Richtung Heimat, der Schultergürtel schmerzt, die Handinnenfläche sowieso, die Knie und auch die Oberarme. Aber trotzdem genieße ich jeden Meter.

Kurz vor Abbiegen in den Stadtgraben kommt noch eine Schleuse. Die Schleusenwärter, wie wir später erfahren, eine regelrechte kleine Mafia, die ab April schon an den Schleusen zelten, damit sie beim Bedienen derselbigen den „Schleusengroschen“ erbitten können, haben bereits Feierabend gemacht und so müssen wir seitlich über die Bootsrollen. Das klappt aber ganz hervorragend. Trotzdem bin ich froh, als wir in unserer Pension aus dem Boot klettern können.

Wir sind wieder so k.o., dass es nicht mehr zum Essen gehen reicht. Aber auf unserem Balkon oberhalb des Fließ ist es wunderschön und wir grüßen freundlich die Kanuten, die ab und an auf dem Heimweg vorbeikommen.

25.07.19 - Mit dem Rad und dem Kahn unterwegs

Der Schultergürtel schmerzt ein wenig von der ungewohnten Bewegung, daher sind heute die Beine wieder dran. Aber angesichts von 34 Grad im Schatten wird es keine große Fahrradtour. Wir fahren nach Lehde.

In Lehde ist komplett die Zeit stehen geblieben. Die meisten Häuschen sind nur per Boot oder zu Fuß erreichbar, es fährt sich wunderbar im Schatten durch den Wald und dort angekommen begeben wir uns ins Museumsdorf. Wir lernen eine Menge über Gemüseanbau und das Leben im Spreewald vor hunderten Jahren. Das Dorf ist außerdem sehr kindgerecht, Kinder dürfen alles ausprobieren, vom Wäschewaschen mit dem Waschbrett über Melken (die Kuh ist aus Plastik) bis zum Liegen im Heu, während ein Märchen abgespielt wird. Ich bin sehr in Versuchung, mich dort ebenfalls hinzulegen, denn in den alten reetgedeckten Häusern ist es erstaunlich kühl.

Im Museumsshop erstehe ich ein Buch über das Bemalen von sorbischen Ostereiern. Wir haben ein paar mal zugesehen, ich war sogar in Versuchung, einen Kurs zu belegen, aber dafür ist es zu heiß. Vielleicht probiere ich das irgendwann mal zu Hause.

Danach gibt es kalte Gurkensuppe (das ist eine gute Idee für daheim, die kann nicht viel Kalorien haben), mein Mann mit seinem Gänseschmalztöpfchen ist da anders aufgestellt. Noch ein Bier mit Scrabble im Biergarten, der Besuch der örtlichen Marmeladen“manufaktur“ und ab nach Hause. Den heißen Nachmittag verbringen wir in unserer kühlen Unterkunft.

Am Abend geht es dann auf Kahnfahrt. Diesmal lassen wir uns fahren, wir können ja nicht ohne Kahnfahrt im Spreewald gewesen sein. Außer unserem Kahn ist nur noch ein weiteres Boot unterwegs, die Wasserläufe liegen einsam und verwaist da, als hätte es den Tag mit den Paddelbooten und Ausflüglern nicht gegeben. Wir fahren durch das Biosphärenreservat, der Schiffer hat sehr fundierte Kenntnisse über Fauna und Flora und wir beobachten Nutrias am Uferrand. Leider lässt sich der Biber nicht blicken, nur seine Hinterlassenschaften sind deutlich sichtbar.

Die fast dreistündige Fahrt hinterlässt eine schöne Stimmung. Es war erstaunlich ruhig auf dem Boot, es gibt sowieso nirgendwo mehr etwas zu essen, Lübbenau schläft schon, als wir mit dem restlichen Dämmerlicht in unserer Pension eintreffen.

24.07.19 - Paddeltour

Es wird eine unruhige Nacht. Offensichtlich mache ich mir Gedanken, wie ich morgen in das Padelboot rein- und rauskommen soll. Das verfolgt mich im Traum.

Am Morgen ist keine Zeit mehr zum Nachdenken. Um zehn Uhr treffen wir unsere Vermieterin, die bereits Paddel und Landkarte bereitgelegt hat. Nach einer kurzen Einweisung nebst Hilfe zum Einsteigen geht es los.

Die Fließe sind schmal und mein Mann ist noch nie gepaddelt. Er ist allerdings bereit, meinen Anweisungen zu folgen, zumindest teilweise.

So erreichen wir, total fasziniert von der wundervollen Umgebung, die erste Abzweigung. Wir wollen nach Lehde.

Wenig später treffen wir auf eine Schleuse.

Selbige habe ich aus meiner aktiven Paddelzeit vor knapp vierzig Jahren noch gut in Erinnerung. Die waren nicht ohne. Da will ich mit einem blutigen Anfänger nicht hin.

Also kehrt gemacht und die Alternativroute nach Wotschofska eingeschlagen. Auch auf diesem Weg befindet sich, wie wir kurz darauf feststellen, eine Schleuse.,

Es sind eine Menge Deppen unterwegs. Leute, die sich deutlich ungeschickter anstellen als wir. Die fahren auch alle zu der Schleuse.

Wir peilen vorsichtig die Lage und fahren kurzentschlossen mit den anderen Booten hinein.

Ja, das ist ja easy. Der Hub beträgt wenige Zentimeter, ich hatte auf dem Rhein früher, eingekeilt in Schubschiffe, Hübe bis zu zwölf Metern. Also Peanuts!

Wir fahren bis Wotschofska und steigen dort sogar aus. Das Dorf war bis vor wenigen Jahren ausschließlich mit dem Boot erreichbar, Autos können immer noch nicht hin, aber alle Ausflügler per Pedes, per Fahrrad, per Boot, per Kahn. Der Biergarten ist voll, wir genießen das typische Spreewaldessen Pellkartoffeln, Leinöl und Quark und dann geht es gemächlich zurück.

In der Zwischenzeit ist es richtig heiß geworden, wir haben über dreißig Grad, aber auf dem Wasser ist es angenehm kühl. Allerdings ist die Paddelei anstrengend, das muss ich zugeben. Immerhin sind wir seit fünf Stunden unterwegs.

Es gibt kurze Diskussionen über den Rückweg, aber dann finden wir den Stadtgraben und damit auch zu unserer Ferienwohnung zurück.

Die Sonne hat uns trotz Lichtschutzfaktor dreißig auf dem Wasser arg zugesetzt. Für heute reicht es mit der Action. Nein, auch keine Aussicht auf ein Eis kann mich ins Dorf locken. Wir genießen einen Sekt mit Holunderblütensirup auf unserer Terrasse und danach muss ich erst einmal ein Nickerchen machen.

Später ist es für weitere Aktivitäten immer noch zu heiß. Für heute reicht es.

23.07.19 - Fütterung

Durch den kleinen Balkon – wir schlafen bei offener Tür, gesichert durch ein Mückennetz – habe ich das Gefühl, im Freien geschlafen zu haben. Meine Laune ist deutlich besser, als ich zu Fuß Brötchen holen gehe und wenig später wieder auf der Terrasse sitze. Immerhin gab es Kaffee ans Bett.

Aber in der Sonne ist es zu warm. Ich warte mal ab, ob mein Mann irgendwelche Vorschläge zwecks Tagesgestaltung hat, leider vergebens. Horst fühlt sich wohl. Er hat Wein im Kühlschrank und den Fernseher am Bett und er versteht nicht, warum seine Frau dauernd Action machen muss.

Ich bestelle beim Vermieter, der leider auch keine Fahrräder hat, für morgen ein Paddelboot. Das ist schon mal was.

Dann schlappen wir ins Dorf. Immerhin habe ich gestern auch eine Stadtführung bestellt.

Dann werden wir nach der Mittagspause doch noch fündig, was die Räder betrifft und wenig später fühle ich mich mit einem Drahtesel unter dem Hintern nicht mehr so eingesperrt. Es radelt sich bei der Hitze besser als es sich läuft.

Nach der Stadtführung bin ich mehr als erstaunt. Ist das schön hier! Das hat man gestern gar nicht gesehen. Auch lässt es sich in der Hitze gut aushalten, schliesslich ist überall Wasser und Schatten.Wir probieren das Bier aus der kleinsten Brauerei Brandenburgs (köstlich) und ziehen uns zum Abendessen auf den Balkon zurück.

Mein Mann füttert erst mich mit Tomatenbroten. Dann gesellt sich unterhalb des Balkons eine Ente dazu. Horst füttert mit Begeisterung die Ente. Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist. Bestimmt füttern hier eine Menge Leute die Enten. Vermutlich wird sie an einer Fettleber sterben. Na, besser sie als ich.

22.07.19 - Kleiderelend und gelbes Elend

Nach einem kurzen Frühstück machen wir noch einen Abstecher in einen Klamottenladen. Ich habe ein sensationelles Kleid entdeckt, zu einem sensationell günstigen Preis. Als ich aus der Umkleide komme, mein mein Mann: „Geht so“.

Ich frage die Verkäuferin. Die meint nur vorsichtig: „Das trägt vielleicht ein bisschen auf.“

Nun, es trägt ein bisschen auf. Alle anderen Modelle sehen sogar noch schlechter aus.

Ich überlege kurz, mir das Kleid trotzdem zu kaufen und es als Mahnung an den Kleiderschrank zu hängen. Aber das ist kompletter Blödsinn. Stattdessen fotografiere ich meinen Mann mit einem bösen Gesicht, das Kleid an der Hand. Das Bild wird zu Hause an die Kühlschranktür kommen.

 

Weiter geht es, Görlitz Adé, Richtung Spreewald. Aber es gibt wieder einen Zwischenstopp in Bautzen und diesmal ist das gelbe Elend dran.

Mein Opa war nämlich hier inhaftiert, von den Russen, etwa zwei Jahre. Hier und in Mühlberg.

Die Gefängnisbesichtigung ist bedrückend. Mein Opa hat nur deshalb überlebt, weil er Musik machen konnte, er konnte Klavier und Akkorden spielen und deshalb hatte er wohl ausreichend zu essen, um das Lager zu überleben. Andere hatten nicht so viel Glück.

Unter der Herrschaft der Stasi war das nicht viel besser, im Gegenteil. Viele Schicksale Inhaftierter, die nichts als ihre Freitheit wollten, hinterlassen ein beklemmendes Gefühl. Die winzigen Isolationszellen tun ihr übriges. Selbst der Aufenthalt als Gedenkstättenbesucher wiegt schwer.

Wir fahren bis Cottbus und wollen Mittagessen. Die Internetverbindung in der Lausitz ist katastrophal, daher bin ich nicht in der Lage, noch schnell etwas zu googeln. Wir schlendern also ziellos durch Cottbus, aha, der Marktplatz, aha, ein Italiener und schnell eine Pizza geteilt. Dann erreicht uns telefonisch unsere Spreewalder Vermieterin. Wo wir denn blieben?

Horst hat anscheinend erzählt, wir kämen nach dem Frühstück. Ein wenig überstürzt brechen wir auf, es sind nur noch wenige Kilometer bis Lübbenau.

Gott sei Dank, diese Ferienwohnung ist genau richtig. Am schönsten ist der kleine Balkon, der auf eine Fließe hinausgeht. Ab und an kommt ein Paddelboot vorbei.  

 

Aber ich habe schlechte Laune. Nicht nur, weil es heiß ist und bewölkt, nein, auch weil der örtliche Fahrradverleih vor Donnerstag kein Rad mehr hat. Ich ärgere mich, die Räder nicht schon vorher bestellt zu haben.

21.07.19 - Überschwemmung

Am Morgen geht zuerst mein Mann, dann ich unter die Dusche. Nach einer Weile stelle ich fest, dass das Wasser nicht abläuft.

Ich dusche bis zu den Knöcheln im Wasser in aller Ruhe zu Ende. Schließlich hat so eine Dusche einen Überlaufschutz.

Normalerweise.

Diese nicht. Als ich die Duschkabine öffne, schwimmt das Badezimmer und das Wasser läuft bereits unter der Tür durch. „Hoooorst!“

Mein Mann kennt diese Art Verzweiflungsschrei und erwartet eigentlich eine Spinne im Bad. Stattdessen steht er im Wasser.

Ich habe anscheinend den Abfluss blockiert. Nachdem dies behoben ist, fange ich an, mit sämtlichen Handtüchern das Wasser aufzunehmen. Himmel, hier sind keine Kacheln, hier ist Linoleum, dass nur so tut, als wäre es eine Kachel. Ich sehe mich schon mit einem tobenden Vermieter konfrontiert und überschlage im Kopf die Schadenshöhe und den Haftpflichtversicherungsrabatt.

Mein Mann meckert erst mal mich an, dass ich sofort die Wischerei mit den Handtüchern lassen soll. Dann ruft er den Vermieter an und meckert ihn an, dass man uns in den richtigen Gebrauch des Abflusses nicht eingewiesen hat. Danach verlangt er trockene Handtücher, wischt das Bad auf und wir verlassen fluchtartig das Haus, um frühstücken zu gehen.

 

 

Wir sind zum Kaffee bei Onkel Rudolf und Tante Renate verabredet. Bis dahin ist noch Zeit, wir schlendern erneut über die Töpfermarkt und bummeln durch die Altstadt. Es gibt schon wieder jede Menge neue Geschäfte und viele Baustellen sind fertiggestellt – dafür gibt es an anderer Stelle neue.

 

Am Mittag sitzen wir bei Kaffee und Kuchen im Schrebergarten. Zwei Jahre habe ich die beiden nicht gesehen, Onkel Rudolf ist mittlerweile achtzig, Tante Renate noch nicht ganz. Beide sind krank, halten sich aber tapfer und machen trotz alledem einen zufriedenen, wenn nicht gar glücklichen Eindruck. Es freut mich.

Ich versuche den ganzen Nachmittag, beim Onkel Ähnlichkeiten mit meinem verstorbenen Vater zu finden, vergeblich. Wir reden auch ein bisschen von früher, aber bis auf die einheitliche Feststellung, dass man viel zu spät begonnen hat, die Eltern oder Großeltern zu befragen, kommt keine neue Erkenntnis auf. Ich hoffe sehr, dass dies nicht mein letzter Besuch bei den beiden war.

Als wir in die Altstadt zurückkommen, ist der Töpfermarkt beendet und in den Arkaden, wo wir eigentlich Abendessen wollen, bekomme nur noch ich eine Suppe, alles andere ist ausverkauft. Wir machen noch einen Lokalwechsel, diesmal mit romantischem Blick auf die polnische Seite und sind sicher, dass wir trotz der Entfernung bald wieder hierher fahren.

20.07.19 - Görlitz

Es geht Richtung Görlitz. Vorher aber machen wir noch einen Abstecher zum Keramikmarkt nach Bad Schandau.

Dort sind zum Teil die gleichen Keramiker wie auf der Burg letzte Woche. Damit sind wir also schnell durch.

Zwischenstopp soll Bautzen sein, das auf dem weg nach Görlitz liegt. Mit Bautzen verbinde ich nur das „gelbe Elend“, den Knast, den erst die Nazis, dann die Russen und dann die Stasi für ihre Gefangenen benutzt haben.

Wir nähern uns Bautzen um die Mittagszeit. Ein kurzer Check bei Wikipedia ergibt, Bautzen hat auch eine historische Altstadt. Knast oder Altstadt?

Die Altstadt gewinnt, wir wollen etwas essen.

Bauten ist wunderhübsch. Schade, dass man nur Knast im Kopf hat. Wir machen den einstündigen Rundweg für Eilige und dann geht es endlich ab nach Görlitz.

 

Ich liebe Görlitz. Nicht nur, weil mein Onkel dort wohnt. Görlitz ist einer der schönsten Städte Deutschlands und einer der spannendsten noch dazu, weil sich in jedem Jahr wieder etwas zum Positiven verändert hat. Sicher, es wird für die nächsten fünfzig Jahre eine Baustelle sein, schließlich kostet die Sanierung der alten Häuser Geld, aber es werden nicht nur Hollywoodfilme dort gedreht, nein, es findet auch der „Tippelmarkt“, ein großer Töpfermarkt zum 22. Mal statt.

Vorher geht es in die Ferienwohnung. Ich bin ein wenig enttäuscht.

Wir sind zum dritten mal in Görlitz, aber unsere alte Ferienwohnung wurde verkauft und so haben wir auf den letzten Drücker diese direkt in einer Seitenstraße am Obermarkt bekommen. Super zentral.

Die Fenster an der Haustür sind mindestens seit einem Jahr nicht mehr geputzt worden, das Haus sieht aus, als stünde es leer.

Der Eingang zu der Ferienwohnung, im Haus ist die Tür nur etwa 1,70m hoch, kann man noch als charmant bezeichnen. Die Wohnung selber ist – nun ja.

Sie ist frisch renoviert, aber mit den einfachsten Materialien und sieht daher schon neu aus, als wäre sie verwohnt. Bett, Fernseher, Kühlschrank, Kaffeemaschine und ein Bad, das so tut, als wäre es ein Luxusbad. Es tut so.

Die Fliesen sind Linoleum-Attrappen, der Rest ist bestenfalls von Tschibo, ich hasse so was. Dann lieber alt, aber solide. Am Außensitzplatz in der 3. Etage ist seit Jahresbeginn der Aschenbecher nicht mehr geleert worden. Egal, es ist ja nur für zwei Nächte.

Wir ziehen los zu Sofie Schulte.Das ist mein Görlitzer Lieblingsrestaurant, mit kleinem Innenhof, charmant, das Essen ist hervorragend,ich freue mich, wir haben den Tisch vor drei Wochen schon bestellt.

Der Kellner hat keine Reservierung.

Gnädigst bekommen wir den „Notfall-Tisch“.

Na, das hat auch schon mal besser geklappt. Aber das Essen ist hervorragend.

Wir schlendern nach dem Essen durch die Altstadt bis zur Brücke über die Neisse, überqueren die Brücke – damit sind wir auf  der polnischen Seite – und gehen gemächlich zurück. Meine Güte, ist das schön hier. Ein unglaubliches Flair hat diese Stadt und ich bin mal wieder aus tiefster Seele dankbar, dass uns das Schengener Abkommen solche Spaziergänge erlaubt.