Erfolgsgeschichte

Was bedeutet eigentlich Erfolg? Ganz viele Kilos abzunehmen? Ganz schnell abzunehmen? 

In all den Jahren, in denen ich als Coach tätig bin, habe ich viele Menschen begleitet, bei denen das Thema Essen eine besondere Rolle spielt, im guten, wie aber auch im negativen Sinn. Der pure Genuss ist es für viele von uns nicht nur, sondern eben auch eine Verarbeitung von so vielen Gefühlen, Eindrücken und Drücken, die unsere Leben so mit sich bringt.

Erfolg bedeutet daher für mich schon lange nicht mehr möglichst viele Kilos in möglichst kurzer Zeit abzunehmen, weil wenn wir mal ehrlich sind, ist es oftmals eine Phase, die wir nicht lange durchhalten können. Erfolg ist doch vielmehr, mich langfristig so zu verändern, dass ich eben damit leben kann, immer wieder kleine Schritte zu machen, die dann aber dazu führen, dass mein Weg ein festgeebneter ist, auf den ich auch bei kleinen oder größeren Ausfällen leicht zurück finden kann.

Lest hier ein paar Geschichten von Menschen, die genau das verinnerlicht haben:

Martina, Scalefriends-Treffen Essen-Heidhausen, Freitags, 16:30 Uhr

Alles immer wieder mal Käse

Meine Erfolgsgeschichte ist definitiv eine Geschichte mit vielen Kapiteln...spannenden, lustigen und leider manchmal auch traurigen Kapiteln. Ja sogar eine mit etlichen Wiederholungen. Aber sie wird keine "never ending Story" sein. Das weiß ich. Allerdings erst seit ein paar Wochen.

Erst einmal habe ich lange überlegt, ob ich es schon eine Erfolgsgeschichte nennen würde...dabei habe ich meinen Coach förmlich vor mir gesehen...mit tadelndem Blick und erhobenem Zeigefinger und dem Befehl "los...freu Dich jetzt über Deinen Erfolg! Sofort!" Denn sie sieht in jeder Abnahme, ja manchmal auch in einem -gehalten- einen Erfolg...In den traurigen Kapiteln meiner Abnehm-Geschichte hat sie mir sogar klar gemacht, dass meine bloße Anwesenheit im Treffen bereits ein Erfolg war, denn teilweise waren es Situationen, in denen ich ans Aufgeben gedacht habe. Aber bei dem Gedanken ist es zum Glück geblieben. Dank Annika.

Wie bei allen begann meine Geschichte mit recht viel Motivation und den besten Vorsätzen. Damals noch bei einem anderen Abnehm-Format. Gleich zu Anfang musste Annika mir allerdings gut zureden, denn ich hatte meine Zweifel. Ob das bei mir auch alles so funktionieren würde...ob ich das schaffen kann...ob ich durchhalten werde...

Denn ich habe was meinen Körper angeht nicht nur mit deutlichem Übergewicht zu kämpfen, sondern leider auch gegen gleich zwei chronische Krankheiten, die mir seit 10 Jahren immer wieder und mal mehr und mal weniger das Leben schwer machen. Natürlich wäre es naiv zu glauben, dass sie mir das Abnehmen dann nicht auch schwer machen könnten.

Kurz und gut, ich habe abgenommen. Anfangs sogar ohne Sport, denn den traute ich mir anfangs keinesfalls zu. Der Gedanke machte mir sogar Angst, denn unter anderem hatte ich eine Lungen-OP hinter mir und daher nicht nur mit einer kranken, sondern auch verkleinerten Lunge zu kämpfen. Mein Coach machte mir klar, dass ich meine Ansprüche/Ziele zu hoch steckte, denn zur damaligen Zeit und dem körperlichen und gesundheitlichen Zustand geschuldet, waren eigentlich schon regelmäßige Spaziergänge Sport für mich. Das machte Annika mir klar und so begann ich genau damit. Zweit Spaziergänge pro Woche. Dann 3, dann 4. Dabei wurde ich immer schneller und ausdauernder. Kam immer weiter. Plötzlich bekam ich trotz aller Quälerei des Anfangs Spaß an Bewegung. Spaß daran mich zu fordern, ja irgendwie mich selbst herauszufordern. Aus den Spaziergängen wurde Nordic Walking und Bewegung wurde ein fester Bestandteil meines Lebens.

So ganz hatte ich aber wohl den Gedanken an ein schlankeres Leben noch nicht verinnerlicht, muss ich rückblickend gestehen. Denn zeitweilig waren mir andere Dinge wichtiger. Die Vorweihnachtszeit zum Beispiel. 2 Jahre meldete ich mich Ende Oktober bei Annika ab und tauchte erst im Januar wieder auf. Mit entsprechender Zunahme und `ner Menge Frust wie man sich vorstellen kann. Ich war aber der Meinung, ich hätte diese Auszeiten verdient. Immerhin hatte ich eine Menge Widrigkeiten auszuhalten und werde vom Leben und dem Kranksein sehr gefordert...da muss so eine Belohnung/Erholung ja wohl drin sein. Also ab Januar frisch ans Werk und ordentlich Gas geben um bis zum nächsten Urlaub möglichst viel abzunehmen.

Irgendwann kam der Wechsel meines Coaches zu Scalefriends und ich wechselte mit ihr. Ich konnte und wollte auf unsere Gruppe und die Motivation von Annika nicht verzichten. Denn es lief gerade zu der Zeit hervorragend. Die Abnahme lief fast wie von allein und Bewegung fand ich so toll, dass ich mich sogar zum Essener Firmenlauf anmeldete. Als Walker, aber das war nebensächlich. Ein Wettkampf! Freiwillig! Allein der Gedanke beflügelte. Daher weitete ich meinen Sport aus und schob beim walken regelmäße Intervalle ein, in denen ich joggte. Außerdem ging ich zum Zumba und probierte die eine oder andere neue Sportart aus.

Tja, vielleicht war ich zu übermütig oder naiv....denn kurz danach wurde die Sache mit dem Abnehmen plötzlich schwieriger. Man stellte eine Fruktoseintolleranz bei mir fest. Super! Danke! Hab ja noch nicht genug Mist am Hals...

Damals hat mich das total aus dem Konzept gebracht. Kein Obst mehr? Kaum noch Gemüse? Anfangs soll man alle fruktosehaltigen Lebensmittel meiden. Bis der Körper sich beruhigt hat. Dann nach und nach wieder anfangen Gemüse und Obst zu Essen. Natürlich langsam steigern und nicht gerade mit nem Pfund Weintrauben anfangen.

Nach einiger Zeit musste ich mir eingestehen, dass ich meine Gesundheit mal wieder als Ausrede missbrauchte. Während ich Obst und Gemüse weiterhin mied, nahm ich die entsprechenden Symptome bei Süßigkeiten komischerweise in Kauf. Außerdem hieß wenig Obst ja nicht automatisch mehr ungesunde Lebensmittel. Das hatte ich wohl deutlich zu meinen "Gunsten" ausgelegt. Und was hatte das mit meinem Sport zu tun? Warum habe ich damit aufgehört?

Irgendwann wurde aus meiner bloßen Anwesenheit im Treffen auch wieder Abnehmen...Selbst den Winter über meldete ich mich nicht ab. Ok, wirklich abgenommen habe ich über Weihnachten nicht. Aber ich war jede Woche beim Wiegen und holte mir meine Quittung ab. Ich weiß gar nicht, wie oft ich seit Beginn meines Projektes Abnahme die Dinge hab schleifen lassen und wieder gestartet. Die Verlaufskurve meiner Abnahme sieht aus wie ne Achterbahn ;-)

Tja, ab Weihnachten 2015 wurde alles noch viel schlimmer. Alle meine Krankheiten brachen auf einen Schlag durch. Mein Rheuma holte mich mit einem üblen Schub von den Beinen und meine Lunge ließ mir nichtmal genug Luft um den normalen Alltag zu meistern. Es sollte in mieses Jahr werden wie sich rausstellte. Krankenschein ab Mitte Janauar für den Rest des Jahres....4 Krankenhausaufenthalte, unzählige Medikamente, neue Therapieversuche, neue Fehlschläge, Kortison-Dosis in teilweise schwindelerregender Höhe...immer wieder...über Wochen. Und was tat ich? Alles schleifen lassen...Essen...mit Süßigkeiten "trösten"... und bloß nicht bewegen.

Mit Kortison kann man ja schließlich nicht abnehmen (dachte ich)

Mit Schmerzen kann man sich nicht bewegen (redete ich mir ein)

Mit Sorgen kann man nicht aufs Essen achten (wollte ich glauben)

Nach einigen Monaten wurden etliche Symptome besser, aber ich änderte weder mein Essverhalten noch bewegte ich mich wieder mehr. Ich hatte es ja schließlich noch immer schwer genug...und ich war ja in einer Phase, wo ich nichts was mit mir los war in der Hand hatte. Also konnte niemand von mir verlangen, dass ich abnahm. Tat ja auch niemand. Aber irgendwann hatte ich so rasant und so viel zugenommen, dass mir mein Gewicht das Leben noch zusätzlich schwer machte. Außerdem machte es mich tot unglücklich. Also nutzte ich meine viele freie Zeit zum nachdenken und um mich selbst etwas näher zu beleuchten.

Ich stellte fest, dass ich mich immer nach dem "ganz oder gar nicht-Prinzip" verhielt. Wenn mir etwas das vernünftige Essen schwerer machte, ließ ich auch den Sport sausen. Wenn meine Gesundheit Bewegung schwieriger machte, ließ ich sie gleich komplett sein und schluderte auch beim Essen. Schön blöd...

Wenn das Leben die dazwischen kommt, dann mach es Dir doch gleich selbst noch schwerer?

Oder ging es mir gesundheitlich besser wenn ich unkontrolliert gegessen habe? NEIN

Hatte ich von Schokolade weniger Schmerzen? NEIN

Haderte ich durch weniger Bewegung weniger mit meinem Schicksal? NEIN

Also, was sollte das Ganze dann?

Ich werde nie mehr ganz gesund...soll das mein Leben bestimmen? Soll Kortison entscheiden wieviel ich wiege? Sollen die Ärzte beeinflussen wie zufrieden ich mit meinem Spiegelbild bin? Ganz entschieden NEIN

Ich habe es selbst in der Hand. Und wenn einem das Leben schon manchmal übel mitspielt, dann müssen wir eben selbst etwas für uns tun. Etwas habe ich trotz allen Widrigkeiten in der Hand: nämlich was ich esse und wie gut oder wie schlecht ich zu mir selbst bin.

Also fing ich wieder an wie ganz am Anfang: mit neuer Motivation, meinem Coaches und meinem Treffen...und mit Spaziergängen. Erst lief es recht langsam an und die Vorweihnachtszeit rückte näher...Oh Gott...ob das gutgehen konnte?

Ja, zum Glück. Annika stellte uns Level2 vor und ich beschloss sofort diese Chance zu ergreifen. Statt Zunahme im Winter ein Wettkampf mit mir selbst und etwas mehr Druck vom Coach. Eine super Entscheidung. Vom Beginn des Level2 am 01.10. bis zum Tag wo ich meine bisherige Erfolgsgeschichte schreibe (18.12.) habe ich 9,8 kg (wieder) abgenommen, eine große Portion mehr Schwung bekommen und  eine ganze Ecke mehr Lebensqualität zurück gewonnen. Inzwischen ist aus den Spaziergängen wieder Nordic Walking geworden und auch meinen Stepper habe ich aus dem Keller geholt. Demnächst teste ich sicher auch vorsichtig wieder das Fitness-Studio.

Eine Erkenntnis habe ich nun: dass ich doch etwas selbst in der Hand habe: mein Gewicht. Nicht immer kann ich die Geschwindigkeit der Abnahme beeinflussen, denn Medikamente und Wassereinlagerungen und Auswirkungen von Krankheit oder auch ganz andere Sorgen beeinflussen Abnahme und auch Motivation. Aber ich kann entscheiden, dass ich weiter mache und wirklich, wirklich, wirklich abnehmen will. Immer mit der Unterstützung von Annika, die je nach Situation tröstet, motiviert, erinnert oder in den Hintern tritt.

Ab Januar gehe ich mit Level2 für weitere 3 Monate in die Verlängerung. Ich weiss nicht, was 2017 für mich bringt, aber ich bin sicher, dass ich am Ende von 2017 weniger wiegen werde als an Neujahr.

-Ende-

Lieben Gruß

Tina

 

 


Jutta aus dem Scalefriends Treffen Essen-Heihausen, Donnerstags, 17:00 Uhr
"Die magischen Zahlen
Ich habe sie gesehen – eine der magischen Zahlen. Die Zahl schien unerreichbar, so lange warte ich schon auf sie und plötzlich steht sie da – die Sieben.
Es war so unglaublich, dass ich morgens gleich dreimal hintereinander auf die Waage gestiegen bin, nur um ich zu vergewissern, dass sie noch da ist. Ok zugegeben, am nächsten Morgen war sie wieder weg. Aber das ist mir egal, ich habe sie gesehen, sie ist erreichbar und das hat mir wieder Antrieb gegeben. 
Vor genau zwei Jahren – in der schlimmen Jahreszeit 2015 – habe ich mich bei scalefriends auf die Waage gestellt. Auch da habe ich eine magische Zahl annähernd gesehen, aber die wollte ich nie in meinem Leben sehen – die 100kg. Ich hatte Glück, denn bei mir standen nur 99,9 kg. Aber irgendwie geschockt war ich schon. Der Ansporn war da, aber irgendwie hat das nächste halbe Jahr nicht so funktioniert, wie ich wollte. Deswegen wurde es bei mir aus der Abnehmzeitskala herausgenommen.
Nach dem Sommerurlaub 2016 in den Bergen habe ich richtig durchgestartet. Denn ich hatte ein Ziel. Im Herbst 2018 werde ich die Alpen überqueren, den E5 von Obersdorf nach Meran. Und dieses möchte ich nicht als einer von Hannibals Elefanten tun. 
Um mein Ziel zu erreichen bin ich mit dem Walking angefangen. Nach einem halben Jahr bin ich zu Nordic Walking übergegangen und seit Ende April bin ich ein Läufer. 
Kaum vorstellbar, da ich mein Leben lang ein Laufmuffel war und über jeden Meter, den ich gehen musste verhandelt habe. Um mein großes Ziel zu erreichen, habe ich mir noch ein Zwischenziel gesetzt. Ich werden Ende Mai 2018 einen Halbmarathon laufen. 
Meine Abnahme ist sicherlich nicht die schnellste, aber das ist egal. Ich habe bis heute ca. 18 kg abgenommen und den Rest schaffe ich auch schon. Denn die magische 6 will ich auch noch sehen."


Natascha macht Einzelcoaching und Level 2

Es gibt ja Menschen, die sehen einfach gut aus, egal, wieviel sie wiegen...Natascha gehört für mich auf jeden Fall dazu. Aber trotzdem... wohlgefühlt hat sie sich mit plus 18kg nicht mehr und bat erstmal um ein Gespräch unter vier Augen. Nachdem einmal ausgesprochen war, was Sache ist, stand der Entschluss es anzugehen dann auch sehr schnell fest. Das "Warum" war raus, dass "Wie" war schnell gefunden, Natascha favorisierte gesunde Ernährung mit reduzierten Kohlenhydraten, und ganz ehrlich? 18 kg in einem Jahr in Ihrem Gewichtsbereich finde ich bombastisch. Da hat jemand ganz viele gute Entscheidungen getroffen und es einfach nie aufgegeben. Herzlichen Glückwunsch!